Kaffee und Gesundheit

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Das stetig steigende Bewusstsein für ausgewogene Ernährung und gesunden Lebensstil sorgt dafür, dass so ziemlich alle alltäglichen Lebensmittel unter die Lupe genommen und auf Herkunft, Inhaltsstoffe und Qualität überprüft werden. Gerade in Deutschland bietet sich Kaffee hier definitiv an: Etwa 160 Liter des Heißgetränks trinkt jeder Deutsche pro Jahr, aber wohl die Wenigsten wissen wirklich über ihr Lieblingsgetränk Bescheid. Trotz seiner Populariät wird Kaffee oft als nicht gesundheitsförderlich bezeichnet oder ihm wird das „Abhängig Machen“ zugeschrieben. Aber was ist wirklich ist wahr an solchen an solchen Aussagen? Wir haben für euch die bekanntesten zum Thema Kaffee und Gesundheit untersucht.

Entzieht Kaffee dem Körper Flüssigkeit?
Das ist ein Gerücht, Kaffee entzieht dem menschlichen Körper kein Wasser. Zwar wirkt Kaffee harntreibend, jedoch nur bei gelegentlichem Genuss. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, der gewöhnt seinen Körper daran und somit ergibt sich auch kein durch Kaffee verursachter Flüssigkeitsentzug. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung behandelt Kaffee in der täglichen Flüssigkeitsbilanz wie jedes andere Getränk. So spricht laut DGE nichts gegen einen moderaten Genuss von 3-4 Tassen pro Tag, und auch im „Basisplan für eine vollwertige Kost“  wird Kaffee nicht gestrichen. Als Durstlöscher ist er natürlich nicht geeignet, den Flüssigkeitshaushalt beeinflusst jedoch ausschließlich die durch ihn zugeführte Menge an Wasser.

Fazit: Wer die empfohlenen 1,5 Liter Wasser pro Tag nicht immer schafft, der darf ganz selbstbewusst die Kaffees einrechnen!

Kaffee mit Wasserglas auf Tablett

Kann man auch mit empfindlichem Magen Kaffee trinken? Stichwort: Sodbrennen.
Viele Menschen sind von Magenproblemen im Bezug auf Kaffee geplagt und suchen sich entweder geeignete, alternative Varianten oder verzichten ganz. Aber muss es direkt der Verzicht sein? Welcher Kaffee ist denn wirklich magenfreundlich? Ausnahmslos kann man solche Fragen nie beantworten, allerdings gibt es ein paar Aspekte, die helfen den richtigen Kaffee zu finden.

Da wäre zunächst die Säure. Sie gibt dem Kaffee den Geschmack, den wir kennen und lieben. Oft wird bei Beschwerden wie Sodbrennen der zu sauere Kaffee verantwortlich gemacht. Tatsächlich ist das eher ein Gerücht,  denn Bier und Tee haben beispielsweise ähnliche pH Werte wie Kaffee aber werden meist nicht mit Säure in Verbindung gebracht. Darüber hinaus ist eine Tasse Kaffee bei weitem nicht sauer genug, um mit der Magensäure mitzuhalten, da diese tausendmal stärker konzentriert ist.

Verantwortlich für die Magenprobleme sind Bestandteile des Kaffeeöls, auch C5HT’s  genannt. Diese regen die Magensäurezellen an und führen so zu einem Überschuss an Mangensäure, welcher das unangenehme Sodbrennen zur Folge hat. Abhilfe schafft die Entkoffeinierung, bei der die C5HT-haltige Wachssicht der Bohnen entfernt wird.
Wer, aus nachvollziehbaren Gründen, nicht auf das Koffein im Kaffee verzichten möchte, der sollte zu dunkel geröstetem Espresso greifen. Die dunkle Röstung sorgt für Bekömmlichkeit dank weniger C5HT’s und durch die kurze Kontaktzeit mit dem Wasser, gibt das Kaffeepulver weniger Bitterstoffe ab.

Fazit: Saurer und kräftiger Kaffee ist nicht per se unbekömmlich, entscheidend ist das Kaffeeöl. Dunkler Espresso oder entkoffeinierter Kaffee sind das Mittel der Wahl für empfindliche Mägen.

Kaffeeröster mit dunklen Bohnen

Koffein: Fit- oder Krankmacher?
Somit wären wir bei einem streitbaren Thema im Bezug auf Kaffee gelandet.
Gerade beim Thema Koffein gehen die Meinungen weit auseinander: Kraftstoff für die einen, Suchtmittel für die anderen.

Zunächst muss man sagen, dass Koffein erwiesenermaßen die Aufmerksamkeit fördert, das Leistungsvermögen erhöht und das Herz-Kreislaufsystem stimuliert. Das macht Kaffee für viele zum optimalen Begleiter für Büro, Hörsaal oder eben zum Wachwerden am Morgen. Somit ist das Getränk prädestiniert, als festes Ritual in unseren Alltag integriert zu werden.
Doch gerade deshalb wird Koffein gerne als Suchtmittel oder „Alltagsdroge“ bezeichnet, was sogar einleuchten mag, hört man doch von so vielen Kaffeetrinkern, dass ohne eine Tasse am Morgen „Gar nichts“ geht. Häufig wird auch von Kopfschmerzen oder Antriebslosigkeit im Zusammenhang mit dem „Entzug“ gesprochen. Wissenschaftlich gesehen gibt es aber für diese Phänomene keine eindeutigen Erklärungen.

Bei Kaffee spielt vor allem die psychosoziale Komponente eine große Rolle. Dadurch, dass wir mit Kaffee etwas verbinden, was schwierige oder belastende Situationen des Alltags erleichtert, schaffen wir uns eine Gewohnheit. Denn jeder Mensch kann ohne einen Tropfen Kaffee das Haus verlassen und arbeiten gehen, aber wir suchen uns eben eine kleine Hilfe die das für uns erträglicher macht. So beeinflussen die Erwartungen des Konsumenten an das Getränk auch dessen Wirkung. Wer jeden Tag mit Freude aufsteht und kein Defizit spürt, der wird wohl niemals an Kaffee denken müssen.

Der Körper gewöhnt sich mit dem regelmäßigen Kaffeekonsum an das Koffein und entwickelt eine Toleranz, so wie bei allem anderen auch, was ihm zugeführt wird. So erhöht sich nach wenigen Wochen der Blutdruck nach einer Tasse Kaffee nicht mehr, womit auch das Gerücht des Risikos von langfristigen Herz-Kreislaufstörungen ausgeräumt werden kann.

Fazit: Koffein in Maßen hat positive Effekte, es schadet jedoch nicht sich auch mal von Gewohnheiten zu lösen und es sich zu beweisen, dass man auch ohne Kaffee kann!

Sport running icon on coffee texture and background

Kaffee und Sport vertragen sich nicht
Die Kombination Kaffee & Sport ist für viele tatsächlich undenkbar. Kaffee gibt es morgens, im Büro oder zum Kuchen, aber nicht wenn man noch trainieren möchte. Dennoch schwören viele Sportler, auf Kaffee und vor allem Espresso als Ersatz für Energy Drinks. Aber warum?

Zunächst ist da die hervorragende Kalorienbilanz zu nennen, durch die Kaffee (natürlich ohne Milch und Zucker) auch perfekt in strengen Ernährungsplänen Platz findet. Ganz im Gegensatz zu synthetischen Energy-Drinks, die mit den Inhaltsstoffen Taurin und enormen Mengen an Zucker und Koffein zu keinem gesunden Lebensstil passen. Besser eignet sich Kaffee auch deshalb, weil er den Fettstoffwechsel anregt und somit beim Sport zusätzlich Fett verbrannt wird. Dass das schwarze Heißgetränk auch die Verdauung und die Darmflora ankurbelt, ist ein weiterer positiver Effekt.

Koffein entspannt die Atemmuskulatur und fördert die Durchblutung, was bedeutet, dass höhere Belastungen und somit schnellere Erfolge möglich sind. Abgerundet werden die positiven Eigenschaften durch die antioxidantische Wirkung von Koffein und der damit verbundene Schutz vor Entzündungen.

Fazit: Solange man zwischen Kaffee-Genuss und Trainingseinheit eine Stunde wartet, ist Kaffee der ideale, natürliche Energie-Kick. Der letzte Kaffee im Büro eignet sich also bestens als Kickstarter für das Training nach Feierabend!

Kaffeetrinkern direkt eine ungesunde Angewohnheit vorzuwerfen ist also schlichtweg falsch. Kaffee bietet als Naturprodukt viele belebende und sogar gesundheits-förderliche Bestandteile, die man nur zu nutzen wissen muss. Aber gerade hier gilt: die Dosis macht das Gift. Die DGE gibt mit ihrem Ernährungsplan eine gute Richtlinie, die man natürlich auch überschreiten kann, aber nicht unbedingt sollte. Wer konstant über die empfohlene Menge von 3-4 Tassen kommt, sollte überlegen etwas kürzer zu treten.

Quellen: tchibo.de, zeit.de, faz.net, gymondo.de
Fotos:  Lex Sirikiat

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