Kaffee Zuhause selbst rösten

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Die Tage werden kürzer, die Laune nicht unbedingt besser und an einem Wochenende zuhause hat man auch noch massig Zeit… beste Voraussetzungen also für ein kleines Projekt in der heimischen Küche: Kaffee selbst rösten!

Wer sich jetzt fragt, wieso man denn bitte Kaffee selbst rösten sollte, hat nicht ganz Unrecht. Wir bei Henry’s haben dafür einen Spezialisten und wissen deshalb aus erster Hand wie komplex der Röstvorgang ist. Aber durch unseren Röstmeister wissen wir auch, dass es extrem viel Spaß macht sich so intensiv mit den Kaffeebohnen zu beschäftigen. Deshalb gibt es hier für die Mutigen unter Euch auch ein paar tolle Tips zum Einstieg in die Karriere als Röstmeister!

Kaffeebohnen des Kaffee Sambia Perlbohne

Für den Röstvorgang sind ein paar Informationen von zentraler Bedeutung.
Die benötigte Temperatur beginnt bei 145°C und endet bei etwa 230°C. Zwischen diesen Punkten ändern die grünen Rohbohnen ihre Farbe von hell- zu dunkelbraun.  Bei circa 200°C ist der erste „Crack“ zu hören, bei dem die Bohnen aufplatzen und vom Rostgrad her an diesem Punkt schon für Filterkaffee geeignet sind. Jenseits der 220°C beginnen die Bohnen dann zu karamellisieren und es entstehen die stärkeren Röstaromen. Dann kommt der zweite „Crack“ und die Bohnen haben eine dunkle „Espresso-Röstung“.

Soweit so gut, nun zu den verschiedenen Methoden des Kaffeeröstens in der heimischen Küche:

Methode 1: Die Pfanne
Den Rohkaffee in eine vorgeheizte (200-230°C) Pfanne geben und dann unter konstantem Wenden der Bohnen 15-20 Minuten rösten. Wichtig ist hier wirklich konstant zu wenden (am besten alle 30 Sekunden), damit wirklich jede Bohne an allen Stellen gleichmäßig braun wird.

Vorteil: Wer einen Herd hat, hat auch eine Pfanne und kann somit schon selbst rösten. Die Temperatur lässt sich relativ einfach regulieren und das Cracken hört man auch sehr gut.

Nachteil: Kaffee riecht während des Röstens nicht so wie während des Brühens oder Trinkens. Die Gase die sich durch das Rösten verabschieden erzeugen einen unangenehmen Geruch zu dem sich auch, je nach Temperatur, noch starker Rauch bilden kann. Ohne wirklich guten Dunstabzug sollte man es nicht versuchen. Darüber hinaus kann es durchaus vorkommen, dass die Bohnen oder Teile davon beim Cracken aus der Pfanne geschossen kommen, deshalb lieber vorsichtig sein!

Kaffee in klassischer Pfanne Zeremonie

Methode 2: Der Backofen
Auf einem Blech die rohen Bohnen einlagig ausbreiten, so dass sie sich nicht stapeln. Den Backofen auf 220°C vorheizen und dann bei regelmäßigem Wenden die Bohnen für 15-20 Minuten je nach Wunsch rösten. Danach abkühlen lassen.

Vorteil: Die gleichmäßige Hitze innerhalb des Ofens ermöglicht eine gleichmäßige Bräune bei den Bohnen. Darüber hinaus kann einem auch keine Bohne ins Gesicht fliegen, schließlich hat der Backofen ja meist eine stabile Tür. Der Aufwand ist verhältnismäßig gering und es entstehen abgesehen von den Bohnen keine Mehrkosten!

Nachteil: Um eine wirklich gute Röstung zu schaffen, ist es nötig die Bohnen regelmäßig zu wenden. Beim Öffnen des Backofens entweicht jedoch immer etwas Wärme, also ist das Ergebnis mit und ohne Wenden nicht ganz optimal. Die konstante Temperatur zu erreichen und zu halten ist auch bei älteren Öfen nicht ganz einfach, deshalb empfiehlt sich hier ein zusätzliches Infrarot-Thermometer .

geröstete Kaffeebohnen

Methode 3: Die Popcornmaschine
Eine wirklich gute Alternative stellen Popcorn Maschinen dar. Sie verfügen über ein beheizbares Gebläse mit dem Kaffeebohnen ebenso wie Maiskörner geröstet werden können. Füllt man nicht zu viele Bohnen ein muss man nicht einmal mehr selbst Rühren, die Maschine erledigt die ganze Arbeit und man kann sich ganz auf das Cracken und die Bohnenfärbung konzentrieren. Da das Ganze natürlich etwas komplexer ist, gibt es hier eine wirklich gute Anleitung.

Vorteil: Die Röstung der Bohnen kann sehr gleichmäßig erfolgen, ständiges Umrühren ist dabei aber nicht nötig! Die Maschinen sind darüber hinaus auch relativ günstig, wenn man nicht sogar noch eine Alte zuhause herum stehen hat.

Nachteil: Mengenmäßig ist die Popcorn Maschine eingeschränkt, da meist maximal 100 Gramm eingefüllt werden können. Auch hier ist die Rauch- und Geruchsentwicklung nicht zu unterschätzen, weswegen mindestens bei weit geöffneten Fenstern, besser noch ganz im Freien geröstet werden sollte.

Ganz entscheidend, unabhängig von der gewählten Methode, ist immer die Bohnen für 2-3 Tage auszulegen und trocknen zu lassen. Mit dem Rösten ist sind die Vorgänge in der Bohne noch nicht abgeschlossen, diese dauern an und brauchen Zeit um das typische Kaffeearoma zu entfalten.

Fazit:
Die Do-It-Yourself Methoden können durchaus zufriedenstellende Ergebnisse liefern, die Frage ist eben immer ob es langfristige Lösungen sind. Denn wer sich wirklich mit dem Kaffeerösten beschäftigen will, braucht ohnehin Zeit, Geduld und sollte schlussendlich auch vor Investitionen in professionellere Gräte nicht zurückschrecken. Um deren Vor- und Nachteile zu behandeln wäre aber mindestens ein weiterer Beitrag nötig.

Das wirklich Tolle am Kaffee selbst rösten sind die neuen Wege die sich Kaffeeliebhabern erschließen. Wer schon immer eine eigene Kaffeemischung kreieren wollte oder die perfekte Crema sucht, der kann es nun einfach selbst machen! Zum Einstieg und zum Üben bieten sich aufgrund der geringen Kosten gerade Pfanne und Backofen an, wobei es auch schon Popcornmaschinen ab 20€ gibt. Dank Youtube, Blogs und Foren kann man viele Verständnisfragen klären und sich dem Thema Kaffee wirklich sehr detailliert annehmen.

Und für alle, die jetzt ein wenig neugierig geworden sind, haben wir auch gleich gute Nachrichten: wir bieten Rohkaffees in unserem Onlineshop an! Zum einen den unaufdringlichen Fazenda Lagoa, mit mildem Geschmack und geringer Säure und zum anderen die Sambia Perlbohne, die durch Noten von Zartbitterschokolade und einer klaren Säure im Geschmack überzeugen.

Also dann: Heizt die Pfanne vor, bestellt die Rohware und lüftet schon mal kräftig durch, in zwei Tagen könntet Ihr schon Kaffeeröster sein 😉

Quellen: Zeit.de, Kaffee-Netz.de, Kaffee-Teufelchen.de
Bilder:  Geronimo López on Unsplashnousnou iwasaki on Unsplash,

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